Streetart in Dresdens Neustadt

Die Dresdner Neustadt ist Dresdens größte Open-Air-Galerie und ein Ort kreativer Subkultur. Hier treffen Panzer auf Fische und Außerirdische auf Katzen. Damit sind ausdrücklich nicht die Nachtschwärmer gemeint, die außerhalb von Corona den Puls des Dresdner Nachtlebens vorgeben, sondern die enorme Vielfalt unterschiedlichster Streetart. Denn Dresdens Neustadt ist voll davon.

Ich hatte neulich zwischen zwei Terminen etwas Zeit, nutzte diese zum Spazieren gehen. Man muss nicht weit laufen, um Kunst zu entdecken, man muss nur manchmal genauer hinsehen. Ich parkte das Auto auf der Martin-Luther-Straße und lief ein Stück die Böhmische Straße hinunter bis zur Rothenburger Straße. Die Vielfalt an Bildern, Grafiken, Statements, Werbeplakaten hat mich wirklich begeistert. Ich schoss so viele Fotos, dass mein Handyakku innerhalb von 30 Minuten leer war, mein Kopf hingegen von all den neuen Eindrücken zum Platzen gefüllt. 

Bilder und Botschaften 

Den besonderen Reiz machen die kreativen Überlagerungen aus, die im Laufe der Zeit immer wieder neue Bilderwelten entstehen lassen. Es sind nicht nur die verschlüsselte Botschaften, die nur bestimmte Zielgruppen verstehen; es sind auch die grafischen Qualitäten, die flüchtige Graffitis zu kleinen und großen Kunstwerken werden lassen. Kunst für alle, neue Eindrücke für jeden und manchmal auch spannende Perspektiven, die den Blick für Ungewöhnliches schärfen. Mir helfen solche Ausflüge immer sehr, meinen eigenen Gedanken neue Stoßrichtungen zu geben.

 

Der Blick in die Hinterhöfe 

Auch ein Blick in die Hinterhöfe lohnt sich und zeigt, dass sich Kreativität ungestört und im Verborgenen entfalten kann. Entlang der Rothenburger Straße gibt es einige solche Ecken, die bei Tageslicht einzigartige Bilder offenbaren. 

Kunst und Kommerz 

Leerstand in der Neustadt bedeutet auch immer Platz für Graffitis. So finden sich überall Zeichen, Formen und Farben, die aus verschiedensten Perspektiven sehr spannende Formen und Kontraste bieten. Wo Kommerz gerade nicht mehr funktioniert, nimmt Kunst dessen Raum ein. An manchen Stellen wird so auch die Werbung selbst zur Kunst.